TLDs verstehen und wie sie Ihre Marke prägen

Websites zu finden war nicht immer so einfach wie heute. In der Frühzeit des Internets hatte jede Website nur eine Zahlenfolge als Adresse. Wer eine bestimmte Seite besuchen wollte, musste die genaue Zahlenfolge kennen und eingeben. Sonst war sie nicht zu finden. Das war lange vor den Suchmaschinen.

Zahlenfolgen, sogenannte IP-Adressen, identifizieren Websites noch heute. Seit 1984 erleichtern jedoch Top-Level-Domains (TLDs) das Auffinden erheblich. Kombiniert man eine TLD, auch Domainendung genannt, mit einem Domainnamen, entsteht etwas wie instantdomainsearch.com.

In dieser Adresse ist .com die TLD. Ohne Domainnamen und TLD müssten wir die IP-Adresse der genannten Website in den Browser eingeben, um sie zu erreichen. Sie lautet 130.211.25.142 und ist offenkundig schwer zu merken. Selbst wenn Ihnen das gelingt: Möchten Sie mehrere IP-Adressen auswendig lernen? Domainnamen sind viel einfacher.

Was ist eine TLD?

Eine einfache Definition lautet: Eine Top-Level-Domain ist ein Domainsuffix. Sie folgt auf den Domainnamen. Um besser zu verstehen, was TLDs sind, hilft die Frage, warum man sie braucht.

Nachdem entschieden war, Websites im Internet durch Domainnamen leichter auffindbar zu machen, stellte sich das nächste Problem: Wie sollte man sie alle ordnen? Top-Level-Domains waren die Antwort.

Die ersten TLDs wurden nach Land, Kategorie oder organisationsübergreifender Nutzung eingeteilt. So steht .com für „commercial“, also kommerziell, und .org für gemeinnützige Organisationen. Heute beliebt ist .io, das Länderkürzel des Britischen Territoriums im Indischen Ozean. Technologieunternehmen übernahmen es, weil es sich wie „I/O“ liest.

Wozu dient eine TLD?

Einfach gesagt ordnet sie das Internet so, dass Menschen das Gesuchte finden und meist schon vor dem Besuch erkennen können, welche Art von Organisation hinter einer Website steht. Bei einer .org-TLD erwarten Sie zum Beispiel, dass die Website nicht ausschließlich kommerziellen Zwecken dient. Bei .gov wissen Sie schon vorher, dass eine Regierungsbehörde die Seite betreibt.

Sie müssen diesen Leitlinien jedoch nicht zwingend folgen. Nichts hindert jemanden daran, .com für wohltätige Zwecke oder .org kommerziell zu verwenden. Für manche TLDs, etwa .gov und .mil, gelten allerdings Einschränkungen. Sie können nicht gekauft werden, da sie Regierungsstellen vorbehalten sind.

Die ursprüngliche Liste der TLDs

Wie erwähnt wurden die ersten TLDs geschaffen, um Domainnamen nach ihrem Zweck zu ordnen. Die folgende Liste zeigt die Kategorien:

NameZweck
.comKommerziell
.eduBildung
.govRegierungsbehörden
.intZwischenstaatliche Organisationen
.milUS-Militär
.netInternetdienstanbieter
.orgOrganisation

Seit dieser ursprünglichen Liste wurden mehr als 1.500 weitere TLDs geschaffen.

Wie TLDs mit dem Aufbau des Internets zusammenhängen

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) bestimmt, wer TLDs erstellen und verwalten darf. Sie beaufsichtigt das Domain Name System (DNS), das den Rahmen für die Funktionsweise von Domainnamen bildet.

Eine Tochterorganisation von ICANN, die Internet Assigned Numbers Authority (IANA), verwaltet die DNS-Root-Zone. Das ist wichtig, denn die Root-Zone-Datenbank besteht aus nur 13 Serverclustern. Diese Server speichern alle TLDs und Domainnamen.

Wenn eine Suchmaschine oder Ihr Browser eine Website findet, hat sie oder er also entweder direkt auf einen dieser Server zugegriffen oder sich mit einer Datenbank verbunden, die zuvor Kontakt zu ihnen hatte.

Arten von TLDs

IANA kategorisiert TLDs nach folgendem System:

Infrastruktur-Top-Level-Domain (ARPA): Diese besteht aus einer Domain, der Address and Routing Parameter Area, die IANA für technische Zwecke verwendet.

Generische Top-Level-Domains (gTLD): TLDs mit drei oder mehr Zeichen, darunter .com und .org.

Eingeschränkte generische Top-Level-Domains (grTLD): Diese Domains werden von offiziell ICANN-akkreditierten Registraren betrieben.

Gesponserte Top-Level-Domains (sTLD): Private Stellen oder Organisationen schlagen diese Domains vor und fördern sie. Sie legen Regeln fest, die die Nutzungsberechtigung einschränken.

Länderspezifische Top-Level-Domains (ccTLD): Domains mit zwei Buchstaben für Länder oder Gebiete. Einige, etwa .co (Kolumbien), .me (Montenegro) und .ai (Anguilla), stehen weltweit allen offen.

Internationalisierte länderspezifische Top-Level-Domains (IDN ccTLD): ccTLDs mit nichtlateinischen Zeichensätzen, etwa Chinesisch oder Arabisch.

Test-Top-Level-Domains (tTLD): Diese Domains dienen Testzwecken.

Länder-TLDs

Unter den verschiedenen TLD-Arten sind die zweibuchstabigen Länder-TLDs besonders interessant. Sie werden gern für ungewöhnliche Einwort-Domains wie bit.ly verwendet. Da viele englische Wörter auf -ly enden, ist das eine kreative Möglichkeit, einen Domainnamen hervorzuheben.

Bevor Sie eine TLD mit zwei Buchstaben wählen, sollten Sie sich jedoch das zugehörige Land ansehen. Die TLD .ly steht für Libyen. Dessen Regierung kann daher möglicherweise einschränken, welche Websites und Inhalte unter dieser Domain zulässig sind. Das gilt für alle Länder-TLDs. Berücksichtigen Sie das vor dem Kauf für Ihre Website.

Top-Level-Domains ordnen das Internet. Ohne sie müssten wir uns IP-Adressen merken. Zur Funktionsweise des Internets gehört viel mehr als das hier Beschriebene. TLDs zu verstehen ist aber ein guter Anfang.